Weltmeister im Sprint werden Lisa Norden und Jonathan Brownlee, Riederer wird Neunter.
- Daniela Ryf. Photo by Kirsten Stenzel
- Sven Riederer. Photo by Kirsten Stenzel
Bei der ersten Sprinttriathlon-Weltmeisterschaft gewinnt Daniela Ryf Bronze, hinter der Hamburg-Siegerin in der WM-Serie Lisa Norden und der Weltmeisterin 2009 und aktuell WM-Führenden Emma Moffatt. Doppeleuropameisterin Nicola Spirig wird 6, Magali di Marco Messmer beendet ihr letztes internationels Einzelrennen auf dem 13. Rang und Melanie Annaheim wird 18. Bei den Männern klassiert sich Sven Riederer als bester Schweizer auf dem 9. Rang. Sprint-Weltmeister wird Jonathan Brownlee, Bruder des abwesenden Weltmeisters Alistair Brwonlee. Silber geht an Landsmann Tim Don und Bronze an den Franzosen David Hauss.
Bei sommerlich heissen Temperaturen starteten die Frauen heute um 12.15 Uhr im Genfersee mit 750 Metern Schwimmen die ITU Sprint Triathlon Weltmeisterschaft. Der späteren Bronze-Gewinnerin Daniela Ryf lief es bereits im Wasser bestens: „Obwohl das Schwimmen sehr schnell war, konnte ich mithalten ohne ans Limit zu müssen“. Beim anschliessenden Wechsel auf das Rad konnten zwei Athletinnen einen Vorsprung gegenüber dem Feld herausholen: Emma Moffatt und Lisa Norden. „Ich sah, dass diese beiden weg waren. In der ersten Steigung fuhr ich zusammen mit Melanie Annaheim volles Tempo und konnte so zu den beiden gleich nach der ersten Runde aufschliessen“, erklärte Ryf ihre Aufholjagd. Annaheim fehlten die Reserven, um mit Ryf zu den Führenden aufzuschliessen: „Ich fuhr voll am Limit und hatte keine Chance, mit Daniela mitzuhalten“. Obwohl Ryf die Aufholjagd viel Kraft gekostet hatte, konnte sie bis ans Ende der 20 km mit Moffatt und Norden mithalten. „Auf der Radstrecke fuhr ich nicht an meinem Limit, sondern über meinem Limit“, gestand Ryf nach getaner Arbeit. Dies machte sich auf der Laufstrecke bemerkbar, Ryf verlor gleich nach dem Start den Anschluss. „Ich versuchte einfach, voll Gas bis ins Ziel zu rennen. Zwar mit dem Risiko, dass ich einen Einbruch erlitt. Jetzt hat es aber glücklicherweise genau bis ins Ziel gereicht, ohne dass ich einen Einbruch hatte“, freute sich die Bronzegewinnerin. „Es war wunderschön, in Lausanne zu starten. Viele meiner Freunde waren hier und unterstützen mich. Eine WM-Medaille in der Schweiz zu gewinnen, ist sehr speziell und schön für mich“.
Auch Nicola Spirig zeigte an der Sprint-Weltmeisterschaft ein aktives Rennen. Nach dem Schwimmen schaffte sie es nicht, auf dem Rad bis zur Spitze aufzuschliessen. Deshalb fuhr sie in der Verfolgergruppe, wo sie meist ganz zuvorderst anzutreffen war, um den Abstand zu den Führenden nicht zu gross werden zu lassen. Beim zweiten Wechsel betrug der Abstand dann trotzdem bereits über eine Minute. Auf der Laufstrecke musste sie noch zwei Australierinnen ziehen lassen und klassierte sich so auf dem 6. Schlussrang. „Obwohl ich das Ziel einer Medaille verpasst habe, bin ich mit meiner Leistung zufrieden. Heute lag für mich nicht mehr drinnen“, erklärte Spirig nach dem Rennen. „Es war jedoch enttäuschend, mit einer Minute Rückstand auf drei Athletinnen auf die Laufstrecke starten zu müssen. Ich wäre lieber mit allen zusammen gestartet, damit die Chance auf eine Medaille noch grösser gewesen wäre“. Für Magali di Marco Messmer war heute ein ganz besonders Rennen: Es war ihr letztes Einzelrennen auf internationalem Niveau. Sie konnte es auf dem 13. Schlussrang beenden. Mit der morgigen Team-Weltmeisterschaft wird die internationale Karriere von di Marco Messmer definitiv zu Ende sein. Ihr letztes Rennen als Spitzensportlerin wird sie am französischen Grand Prix in Tours am 29. August bestreiten.
Bei den Männern feierten die Briten Jonathan Brownlee und Tim Don einen Doppelsieg, während Sven Riederer als bester Schweizer 9. wurde. „An dieser Heim-WM war mein Ziel eine Medaille“, erklärte der enttäuschte Riederer im Ziel. „Nach dem zweiten Wechsel hatte ich zwar eine optimale Ausgangslage, aber beim Laufen merkte ich schnell, dass ich nicht mit den besten mithalten kann“. Nachdem Riederer auf der zweiten Hälfte der Laufstrecke zwischenzeitlich etliche Ränge zurückfiel, konnte er sich dank einer Aufholjagd wieder nach vorne kämpfen. „Es gibt einem immer ein gutes Gefühl, wenn man sich in einem Rennen nach einem Hänger wieder motivieren kann“, zog Riederer ein positiver Aspekt aus seinem Lauf. Brownlee und Don zogen das Tempo gleich zu Beginn der Laufstrecke enorm an, was vielen Athleten zum Verhängnis wurde. Doch nicht nur die schnelle Laufstrecke forderte die 72 Athleten heraus, auch Radstrecke war anspruchsvoll: Viermal mussten sich die Fahrer die 10.5%-Steigung in Lausanne heraufkämpfen. Ruedi Wild, der sich als zweitbester Schweizer auf dem 12. Schlussrang klassierte, bestimmte das Tempo auf dem Rad mit und war häufig an der Spitze des Feldes anzutreffen. „Ich versuchte, meine Chancen auf dem Rad wahrzunehmen und für Sven Tempo zu machen. Leider ging unsere Taktik nicht ganz auf und wir konnten nicht wegfahren“, erklärte Wild erschöpft im Ziel. „Ich bin mit meinem Rennen eigentlich zufrieden, aber das Ziel einer Medaille haben wir klar verpasst“. Auf der Radstrecke hatte Wild zusätzlich mit den Motorrädern an der Spitze des Rennens zu kämpfen: „Mehrere Male musste ich mein Tempo vor der Steigung drosseln, weil die Motorfahrer nach der Kurve nicht zu schnell wegfuhren“. Beide Schweizer sind sich jedoch einig, dass der Triathlon über die Sprinttriathlon ein gutes Format sei und vor allen Dingen auch attraktiv und spektakulär für die Zuschauer.
Eine gute Platzierung verpasst hat der Franzose Frédéric Bélaubre. Nachdem er als fünfter ins Ziel lief, wurde er nachträglich disqualifiziert. Grund dafür war sein Helm, den er nicht ordnungsgemäss in seine Box gelegt hatte. Für diesen Lapsus kassierte er eine Strafe, welche er jedoch nicht abgesessen hatte und deshalb von der Jury disqualifiziert wurde.
Morgen Sonntag steht in Lausanne nebst der ITU Team Triathlon Weltmeisterschaft auch die klassische Distanz auf dem Programm. Die Schweiz hat folgende Teams für das WM-Rennen ab 14.15 Uhr gemeldet:
Schweiz 1:
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Daniela Ryf (Solothurn/Locarno)
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Ruedi Wild (Samstag)
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Nicola Spirig (Dielsdorf)
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Sven Riederer Wallisellen)
Schweiz 2:
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Magali Di Marco (Troistorrents)
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Marc-Iwan De Kaenel (Lufingen)
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Melanie Annaheim (Lostorf)
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Sébastien Gacond (La Chaux-de-Fonds)
Lausanne (Sz). Triathlon de Lausanne. ITU Sprint Triathlon World Championship.
750 M Schwimmen, 20 km Rad, 5 km Laufen.
Männer:
1. Jonathan Brownlee (Gb) 0:52:58.
2. Tim Don (Gb) 0:12 Minuten zurück.
3. David Hauss (Fr) 0:17.
4. Brad Kahlefeldt (Au) 0:22.
5. Dan Wilson (Au) 0:28.
9. Sven Riederer (Sz) 0:43.
12. Ruedi Wild (Sz) 0:53.
23. Marc-Iwan de Kaenel (Sz) 1:19.
36. Marc Widmer (Sz) 2:23.
38. Sébastien Gacond (Sz) 2:27.
42. Andrea Salvisberg (Sz) 2:51.
DSQ: Frédéric Bélaubre (Fr, 5.: Helm nicht in der Box, Strafe nicht abgesessen)
Frauen:
1. Lisa Norden (Sd) 0:58:02.
2. Emma Moffatt (Au) 0:14 Minuten zurück.
3. Daniela Ryf (Sz) 0:48.
4. Erin Densham (Au) 1:07.
5. Felicity Abram (Au) 1:14.
6. Nicola Spirig (Sz) 1:22.
13. Magali di Marco (Sz) 1:52.
18. Melanie Annaheim (Sz) 2:45.
- Daniela Ryf, Lisa Norden, Emma Moffatt. Photo by Kirsten Stenzel
- Jonathon Brownlee. Photo by Kirsten Stenzel
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Video by Sandra Christen, Swiss Triathlon