Lukas Salvisberg als sehr guter 10. und Medaillenhoffnung Daniela Ryf als 8. sorgten für die besten Resultate aus Schweizer Sicht.
Würde Triathlon lediglich aus den Disziplinen Schwimmen und Radfahren bestehen, die Schweiz wäre gleich mit zwei Goldmedaillen zur Heim-WM in Lausanne gestartet. Sowohl Lukas Salvisberg bei den Junioren, wie auch Daniela Ryf bei den Juniorinnen gingen in Führung liegend auf die abschliessende Laufstrecke, konnten ihre Leaderposition jedoch nicht bis ins Ziel verteidigen.
Bereits morgens um 7Uhr starteten die Junioren zu ihrem Rennen über 750m Schwimmen, 20km Radfahren und 5km Laufen. Im 104-köpfigen Starterfeld auch die drei Schweizer Lukas Salvisberg, Olivier Eschler und Manuel Küng. Das Rennen begann aus Schweizer Sicht schlecht. Gleich nach dem Start öffnete sich unerwartet der Neopren-Anzug von Salvisberg. „Ich dachte bereits, das wars, jetzt schwimme ich als Letzter zurück in die Wechselzone.“ Doch Salvisberg hielt den Rückstand in Grenzen, kam als 28. aus dem Wasser und fand auf dem Rad sofort den Anschluss an eine rund 20-köpfige Spitzengruppe. Dahinter folgte eine zweite grössere Gruppe, welcher mit Eschler und Küng auch die beiden anderen Schweizer angehörten. Salvisberg zeigte auf dem Rad ein ambitioniertes Rennen und mit einem schnellen Wechsel konnte er die abschliessende Laufstrecke gar als Leader in Angriff nehmen. Doch bereits nach 2,5 Kilometern waren der starke Läufer Alistair Brownlee (GBR), Alexander Brukhankov (RUS) und der Portugiese Joao Silva am Schweizer vorbeigezogen. Im Ziel sollte es schliesslich der 10. Schlussrang sein. „Ich habe mir zum Ziel einen Platz in den Top10 gesetzt und darf deshalb zufrieden sein“, bilanzierte der 19-jährige im Ziel. Wie hatte doch Nationalcoach Iwan Schuwey vor dem Rennen gesagt: „Ein Top10-Platz wäre bereits ein Exploit.“ Sieger Brownlee und der zweitplatzierten Brukhankov standen bereits an der EM in Autun auf dem Podest. Gefeierter Europameister war dort noch der Franzose Raphael Aurélien, welcher sich heute noch hinter Salvisberg mit dem 13. Schlussrang begnügen musste. Als guter 19. beendete der Berner Olivier Eschler das Rennen. Manuel Küng schliesslich klassierte sich als 46. auch noch knapp in der vorderen Ranglistenhälfte.
Zeitgleich mit der Zielankuft der Junioren gab Sportminister Samuel Schmid auch schon den Startschuss zum Rennen der Juniorinnen. Die wohl grösste Schweizer Medaillenhoffnung an dieser WM, die Solothurnerin Daniela Ryf, zeigte von Beginn weg ein ambitioniertes Rennen und wechselte bereits an sechster Stelle auf die Radstrecke, wo sie sich zusammen mit Charlotte Bonin (ITA), Kristen Sweetland (CAN) und der Britin Hollie Avil absetzen konnte. Kurzfristig holte das Quartett einen Vorsprung von knapp einer halben Minute heraus. „Bis zu diesem Zeitpunkt lief das Rennen genau nach meinen Vorstellungen. Ich wollte mit einem guten Schwimmen früh auf die Radstrecke wechseln und dort versuchen mit einer kleinen Gruppe wegzufahren.“ Das Vorhaben ging nur auf den ersten 10km auf, den kurz danach schmolz der Vorsprung auf die Verfolger dahin. Immerhin, wie Salvisberg konnte auch noch Ryf die abschliessende Laufstrecke in Angriff nehmen, allerdings nur noch wenige Metern vor den ersten Verfolgern. „Ich wollte gleich zu Beginn Tempo machen, damit meine Gegnerinnen die kleine Lücke gar nicht erst zulaufen können.“ Doch nach der ersten von zwei Laufrunden waren mit Sweetland und Flora Duffy (BER) bereits zwei Athletinnen an der 19-jährigen vorbeigezogen. Ryf lag noch auf Bronzekurs, jedoch nur noch einen Hauch vor einer Fünfergruppe, welcher auch die starke deutsche Läuferin Rebecca Robisch angehörte. Sie sicherte sich schliesslich hinter Sweetland und Duffy die Bronzemedaille. Ryf rettete sich schliesslich noch als Achte ins Ziel. (Raphael Hadorn)
Bildergalerie
Lausanne. Junioren-WM (750m Schwimmen – 20km Radfahren – 5km Laufen)
Männer
1. Alistair Brownlee (GBR) 59:03
2. Alexander Brukhankov (RUS) 0.14 zurück
3. Joao Silva (POR) 0.22
4. Piotr Grzegorzek (POL) 0.28
5. Artem Parienko (RUS) 0.37
10. Lukas Salvisberg (Hasle-Rüegsau) 0.44
19. Olivier Eschler (Allmendingen bei Bern) 1.18
46. Manuel Küng (Bütschwil) 3.21
93 klassiert
Frauen
1. Kirsten Sweetland (CAN) 1:05.58
2. Flora Duffy (BER) 0.10 zurück
3. Rebecca Robisch (GER) 0.15
4. Yuliya Yelistratova (UKR) 0.30
5. Zsofia Toth (HUN) 0.42
8. Daniela Ryf (Solothurn) 0.53
34. Tamara Toubazis (Steinhausen) 4.54
45. Silvia Vanzetti (Bellinzona) 6.25
66 klassiert.
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