Keine Medaille für das Schweizer Frauenteam in Lausanne, dafür dürfen sich die Australierinnen über zwei WM-Titel freuen.
Keine Medaille für das Schweizer Frauenteam an der Heim-WM in Lausanne, doch durfte man diese auch nicht unbedingt erwarten. Am ehesten traute man noch Elite-Athletin Magali di Marco Messmer einen Podestplatz zu. Sie lieferte denn auch ein sehr gutes Schwimmen und konnte an zweiter Position auf die Radstrecke wechseln. Dort gehörte sie zusammen mit Sibylle Matter kurzfristig einer 17-köpfigen Spitzengruppe an, ehe diese von einigen Verfolgern gestellt wurde. Ab Runde Zwei lagen 27 Frauen in Führung und bauten diese kontinuierlich aus. "In dieser Phase hat mir Sibylle viel geholfen, ich musste nie führen", bedankte sich di Marco Messmer im Ziel bei ihrer Teamkollegin. Beim Wechsel auf die abschliessende Laufstrecke betrug der Vorsprung auf die ersten Verfolgerinnen über drei Minuten . "Beim Schwimmen und auf der Radstrecke hatte ich keine Chance wegzukommen und so war mir zu Beginn der Laufstrecke bewusst, dass es sehr schwierig wird nach vorne zu laufen, kam dazu dass mit Snowsill und Fernandes zwei Athletinnen unserer Gruppe angehörten, welche in einer eigenen Welt laufen", bilanzierte di Marco Messmer im Ziel. Die Australierin und die Portugiesin erhöhten denn auch gleich zu Beginn der Laufstrecke das Tempo an und distanzierten ihre Konkurrentinnen. Bald einmal konnte auch Fernandes das Tempo der Australierin nicht mehr mithalten, so dass die Athletin aus "Down Under" einem sicheren Sieg entgegenlief. Im Ziel betrug ihr Vorsprung 45 Sekunden. "Ich genoss das Rennen in jeder Phase", gab eine glückliche Weltmeisterin später zu Protokoll. Hinter den beiden Ausnahmeläuferinnen lief mit Felicity Abram eine weitere Australierin aufs Podest. Magali di Marco Messmer machte auf der letzten Laufrunde noch einige Ränge gut und klassierte sich als fünftbeste Europäerin auf dem elften Schlussrang. "Mehr war nicht möglich, unter diesem Umständen (27 Frauen wechselten gleichzeitig auf die Laufstrecke) kann ich zufrieden sein und weiter: "Ich war in derselben Form wie in Sydney, als ich Olympia-Bronze holte." Einfach nur glücklich war auch Sibylle Matter im Ziel. "Ich zeigte ein gutes Schwimmen, besser als von mir selber erwartet. Das Risiko, welches ich mit hartem Training zuletzt in Kauf nahm hat sich gelohnt, mit dem 26. Schlussrang hätte ich nicht gerechnet."
Die australischen Festspiele begannen bereits am frühen Morgen beim U23-Rennen der Frauen. Dort feierten Erin Densham (im Bild) und Emma Moffat einen australischen Doppelsieg, Dritte wurde die Neuseeländerin Nicky Samuels. Die beiden Schweizerinnen Anina Stämpfli und Nicole Hofer klassierten sich auf den Rängen 21 und 26. Stämpfli kam ungefähr auf Position 25 aus dem Wasser und fand auf der Radstrecke Unterschlupf in einer gut harmonierenden Spitzengruppe. "Ich hatte zuletzt oft Rückenschmerzen, doch während dem Rennen spürte ich überhaupt nichts, erst jetzt tut er mir wieder weh", gab Stämpfli im Ziel zu Protokoll und weiter: "Dies ist dein letztes Saisonrennen, jetzt hälst du durch, habe ich mir immer wieder selber gesagt." Ein Ziel hat sich Stämpfli absichtlich nicht gesetzt. "Das hat mich in der Vergangenheit immer mental zu fest belastet." Ein gutes Rennen zeigte auch Nicole Hofer, welche sich dank einem guten Laufen nur fünf Positionen hinter Stämpfli auf dem 26. Schlussrang klassierte. (Raphael Hadorn)
WM Lausanne
Elite Frauen (1,5km Laufen - 40km Radfahren - 10km Laufen)
1. Emma Snowsill (AUS) 2:04.03
2. Vanessa Fernandes (POR) 0.45 zurück
3. Felicity Abram (AUS) 1.12
4. Lauren Groves (CAN) 1.21
5. Nadia Cortassa (ITA) 1.25
6. Andrea Whitcombe (GBR) 1.44
7. Joelle Franzmann (GER) 2.02
8. Laura Bennet (USA) 2.13
9. Tania Haiboeck (AUT) 2.17
10. Andrea Hewitt (NZL) 2.32
11. Magali di Marco Messmer (SUI) 2.40
27. Sibylle Matter (SUI) 5.36
64 klassiert
U23 Frauen (1,5km Schwimmen - 40km Radfahren - 10km Laufen)
1. Erin Densham (AUS) 2:08.19
2. Emma Moffat (AUS) 0.03 zurück
3. Nicky Samuels (NZL) 0.15
4. Vanessa Raw (GBR) 1.03
5. Lisa Norden (SWE) 1.30
6. Rosie Clarke (GBR) 2.00
7. Jasmine Oeinck (USA) 2.39
8. Lisa Hütthaler (AUT) 3.36
9. Keiko Tanaka (JAP) 4.18
10. Kathrin Mueller (GER) 4.48
21. Anina Stämpfli (SUI) 8.12
26. Nicole Hofer (SUI) 10.05
41 klassiert
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