Triathlon WM Hamburg Elite Frauen

01.09.2007 von Christina Morf

Magali DiMarco zeigt eine sehr starke Leistung und wird als beste Schweizerin Siebte.

Magali DiMarco
Nicola Spirig
Daniela Ryf
Sarah Schütz
Weltmeisterin Vanessa Fernandes (Mitte) mit Emma Snowsill (li.) und Laura Bennett
photos by Kirsten Stenzel Maurer

Die Triathlon-Weltmeisterin 2007 heisst Vanessa Fernandes und kommt aus Portugal. Die 17-fache Weltcupsiegerin siegte souverän vor der australischen Titelverteidigerin Emma Snowsill und der Amerikanerin Laura Bennett. Mit einem starken Resultat konnte die Schweizerin Magali DiMarco auftrumpfen. Sie wurde als beste Schweizerin Siebte und realisierte so ihr bestes internationales Resultat seit dem Bronzemedaillengewinn an den Olympischen Spielen in Sydney 2000. Nicola Spirig kam als 19. über die Ziellinie, Daniela Ryf klassierte sich auf dem 36. Rang und Sarah Schütz landete auf dem 57. Rang.
Die Leistung von DiMarco war über den ganzen Wettkampf hinweg sehr stark. Als Fünfte kam sie aus dem Wasser und befand sich dann auf dem Rad in der 13-köpfigen Spitzengruppe. Diese wurde auf dem Rad nicht eingeholt. Auf die abschliessende Laufstrecke gingen die 13 Athletinnen mit einem Vorsprung von etwa 70 Sekunden. Magali DiMarco kam als Fünfte aus der Wechselzone auf die abschliessende Laufstrecke. Am Schluss resultierte Rang 7. Di Marco: „Ich bin das Laufen ziemlich schnell angegangen und konnte das Tempo halten. Jetzt habe ich, wie schon an der SM in Genf, gezeigt, dass ich nach einem harten Rad fahren immer noch schnell laufen kann.“ Der 7. Rang ist DiMarco‘s bestes Resultat an einer WM. Mit ihrem neuen Lauftrainer Pierre Pompili, der ihr empfohlen hatte, mehr zu schwimmen und Rad zu fahren, konnte sie neue Akzente setzen. „Denn früher war es so, dass ich nach dem Schwimmen schon ziemlich am Anschlag war. Heute bin ich sehr schnell und gut geschwommen und fühlte mich danach überhaupt nicht erschöpft. Auch nach dem Rad fahren war es nicht anders“, so DiMarco im Ziel.
Nicht ganz so gut lief es Nicola Spirig, die schon auf der Schwimmstrecke mit Problemen zu kämpfen hatte. „Es ist schon sehr lange her, dass ich eine solche Schlägerei im Schwimmen erlebt habe. Manchmal habe ich gedacht, ich würde ertrinken“, so Spirig, die sich schon bei der ersten Boie weit hinten befand und als 46. aus der Alster kam. Auf dem Rad zeigte sie sich gewohnt stark und fuhr auf die zweite Radgruppe auf. „Auf dem Rad habe ich dann alles gegeben und bin über die ganzen vierzig Kilometer hinweg vorne gefahren. Mit dem 19. Rang bin ich nicht zufrieden, doch bin ich aber stolz darauf, nicht aufgegeben zu haben“, so das Statement von Spirig.
Daniela Ryf verpasste die Spitzengruppe nur knapp, kam sie doch als 21. Athletin aus dem Wasser. „Das war sehr schade. Sonst wäre sicherlich mehr möglich gewesen, denn ich bin davon überzeugt, dass man mit einer super Schwimm- und Radleistung weit vorne landen kann“, so Ryf, die sich nach ihrer schweren Magendarmgrippe noch immer nicht gesund fühlt. Trotzdem zeigte sich Ryf immer wieder aktiv und führte oft die Verfolgergruppe an: „Hätte ich aber zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass sich Magali in der Spitzengruppe befinden würde, hätte ich sicherlich nicht Führungsarbeit geleistet.“
Nachdem Mannschaftskollegin Spirig in die Verfolgergruppe aufzuschliessen vermochte, führten die beiden Schweizerinnen gemeinsam die Gruppe an. „Wir versuchten auszureissen, doch dabei bin ich übers Limit gegangen. Ich wollte es aber versuchen, denn ich weiss, dass ich im Laufen noch nicht so stark bin, um mit den schnellsten mitzuhalten. Ich habe für heute das Beste herausgeholt“, so Ryf, die an ihrer ersten Elite-WM 36. wurde.
Die vierte Schweizerin, Sarah Schütz, kam auf den 51.Rang. Beim Wechsel vom Schwimmen auf die Radstrecke, passierte Schütz ein Missgeschick. „Ich bin nicht in meine Schuhe gekommen, sodass ich ausgerutscht und in eine Stange gefallen bin“, so Schütz , die noch lange versuchte, den Anschluss an die Gruppe zu finden und dabei zu viel Kraft verloren hatte.
Nationalcoach Iwan Schuwey zieht nach zwei WM-Tagen eine nicht so erfreuliche Zwischenbilanz: „Wir können nicht absolut happy sein. das Highlight ist sicherlich Magali DiMarco’s 7. Rang. Diese Leistung sticht heraus. Auch der 10. Rang von Charles Rusterholz war gut, doch wirklich zufrieden sein können wir nicht.“
Morgen stehen am Vormittag die Age-Group-Athleten am Start, bevor es am Nachmittag mit dem Elite-Rennen der Herren zum krönenden Abschluss der WM in Hamburg kommt.
(Christina Morf)

 

Hamburg (Ger). Triathlon WM Elite.
1.5km Schwimmen - 40km Radfahren - 10km Laufen.

Frauen:
1. Vanessa Fernandes (Por) 1:53:27.
2. Emma Snowsill (Aus) +1:04.
3. Laura Bennett (Usa) +1:10.
4. Emma Moffatt (Aus) +1:27.
5. Ricarda Lisk (Ger) +1:32.
6. Anja Dittmer (Ger) +1:37.
7. Magali DiMarco (Sz) +1:42.
8. Joelle Franzmann (Ger) +1:48.
9. Jessica Harrison (Fra) +1:59.
10. Sarah Haskins (Usa) +2:00.
19. Nicola Spirig (Sz) +3:33.
36. Daniela Ryf (Sz) +5:18.
57. Sarah Schütz (Sz) +11:20.

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