Triathlon WM Elite Herren

02.09.2007 von Christina Morf

Der Deutsche Daniel Unger wird an seiner Heim-WM Weltmeister. Bester Schweizer wird Sven Riederer als 15.

Weltmeister Daniel Unger
Sven Riederer
Ruedi Wild
Olivier Marceau
photos by Kirsten Stenzel Maurer

Zum Abschluss der Triathlon-WM in Hamburg holte der Deutsche Daniel Unger die Goldmedaille. Er setzte sich knapp vor dem Spanier Javier Gomez und dem Australier Brad Kahlefeldt durch. Sven Riederer kam als bester Schweizer auf den 15. Rang, Ruedi Wild lief als 31. über die Ziellinie. Olivier Marceau musste aufgrund eines Raddefekts aufgeben.
Das Rennen blieb bis zum Schluss spannend. In der 3. Runde der Laufstrecke attackierte Daniel Unger, worauf nur noch Javier Gomez zu reagieren vermochte. Von da an liefen die beiden gemeinsam, bis sich Gomez etwa einem Kilometer vor dem Ziel ein bisschen vom Deutschen absetzen konnte. Wenige hundert Meter vor dem Ziel kam Unger aber wieder an Gomez heran und konnte ihn überholen. „Nachdem ich gesehen habe, dass Gomez immer wieder nach hinten schaute, wusste ich, dass auch er seine Probleme hatte. Ich bin überglücklich, dass ich es geschafft habe und kann es noch gar nicht richtig fassen“, so der frischgebackene Weltmeister. Vier Sekunden nach Unger kam Gomez ins Ziel, Dritter wurde Brad Kahlefeldt mit einem Rückstand von 14 Sekunden. „Unger war einfach zu stark heute, seine Leistung ist fantastisch. Genauso aber auch diejenige von Gomez“, so das Statement des drittklassierten Australiers.
Sven Riederer kam als 15. ins Ziel. Bis Kilometer 3 auf der Laufstrecke konnte er mit den schnellsten Athleten mithalten, fiel dann aber zurück. „Ich bin enttäuscht, denn ich war in absoluter Top-Form. Auf dem Rad habe ich mich absichtlich immer weit hinten aufgehalten, um nicht zu viel Energie zu verbrauchen. Im Laufen habe ich leider nie ganz den Rhythmus gefunden und musste immerzu kämpfen“, so Riederer, der beim Schwimmausstieg gestürzt und sich dabei an einer Zeh leicht verletzt hatte.
Ruedi Wild, der 31. wurde, war sowohl mit seiner Schwimm- als auch seiner Radleistung zufrieden. Beim zweiten Wechsel musste Wild hart kämpfen. Als Startnummer 82 hatte er den ersten Wechselplatz, sodass er sich durch die ganze Wechselzone kämpfen musste und darum weit hinten aus der Wechselzone aufs Laufen kam. „In der ersten Runde im Laufen hatte ich ziemlich Mühe, dann lief es mir besser. In den letzten beiden Runden konnte ich noch aufholen. Der Wettkampf war gut, aber nicht sehr gut“, so Wild.
Nicht ins Ziel kam Olivier Marceau, der nach einer Attacke in der 5. Radrunde zuvorderst anzutreffen war. Nach dieser Attacke musste Marceau feststellen, dass sich die Zentralschraube seines Vorbaus langsam löste. Marceau: „Darauf habe ich mich hinten eingereiht, bis ich merkte, dass Weiterfahren so nicht mehr möglich war. Es ist sehr frustrierend, denn ich hatte wirklich gute Beine.“
Nationalcoach Iwan Schuwey zieht eine ernüchternde Gesamtbilanz: „Das Ziel war, mit einer Medaille in die Schweiz zurückzukehren. Das haben wir ganz klar verpasst. Die Situation im Elite-Rennen heute war gut, denn die Athleten haben sich so verhalten, wie sie wollten und zeigten ein animiertes Rennen. Der erste grosse Dämpfer war der Raddefekt von Olivier. So etwas darf nicht passieren. Dass Sven im Laufen nicht mit den schnellsten mithalten konnte, das müssen wir analysieren, denn Hamburg ist seine Strecke, sein Erfolgspflaster und auch das Wetter wäre ihm entgegen gekommen.“

Über 600‘000 Zuschauer verfolgten an diesem Wochenende in Hamburg die Triathlon-WM, womit die Erwartungen übertroffen wurden. Insgesamt 68 WM-Titel wurden vergeben.
Bereits in zwei Wochen steht ein weiterer Höhepunkt der diesjährigen Triathlon-Saison auf dem Programm: der Weltcup in Peking. (Christina Morf)

 

Hamburg (Ger). Triathlon WM Elite.
1.5 km Schwimmen – 40km Radfahren – 10km Laufen.

Männer:
1. Daniel Unger (Ger) 1:43:18.
2. Javier Gomez (Esp) +0:04 zurück.
3. Brad Kahlefeldt (Aus) +0:18.
4. Simon Whitfield (Can) +0:22.
5. William Clarke (Gbr) +0:27.
6. Jan Frodeno (Ger) +0:39.
7. Terenzo Bozzone (Nzl) +0:46.
8. Stuart Hayes (Gbr) +0:49.
9. Bevan Docherty (Nzl) +1:04.
10. Tim Don (Gbr) +1:09.
15. Sven Riederer (Sz) +1:41.
31. Ruedi Wild (Sz) +2:25.
DNF: Olivier Marceau (Sz, Raddefekt),
Kris Gemmell (Nzl), Volodymyr Polikarpenko (Ukr), Ivan Rana (Esp)

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