Medaillengewinne und Top 10-Rangierungen nennen die zuständigen Coachs als Ziel für die Europameisterschaften in Holland.
Nur zwei Wochen nach dem Podestplatz von Daniela Ryf an der WM-Serie in Washington und fünf Tage nach der Schweizer Goldmedaille an der Team WM in Des Moines (USA) folgt mit der Europameisterschaft in Holten (Ho) bereits der nächste Höhepunkt.
Die Schweizer Hoffnungen dürften primär auf den Schultern der 22-jährigen Solothurnerin Daniela Ryf ruhen, die momentan wohl in der Form ihres Lebens ist. Nach den Podestplätzen an den ozeanischen Meisterschaften und am Weltcup in Mooloolaba (Aus) überraschte Ryf an der WM-Serie in Washington mit Rang drei und trug einen vorentscheidenden Anteil zum Gewinn der Team-Medaille bei. Abzuwarten bleibt, wie Ryf das vierte Rennen innerhalb von zwei Wochen mit Reisen und Zeitverschiebung verkraftet. Hauptfavoritin bei den Frauen ist die fünffache Europameisterin und Titelverteidigerin Vanessa Fernandes (Por), die nach einem Schlüsselbeinbruch im Winter die grosse internationale Rückkehr feiert. Zu beachten im 49 Athletinnen umfassenden Feld sind weiter Lisa Norden (Swe), Avil Hollie (Gb), Jessica Harrison (Fr), im weiteren Kreis sind Vendula Frintova, Radka Vodickova (beide Tch), Zita Szabo (Ung) und Elizabeth May (Lux). Die Vierte des Vorjahres, Nicola Spirig, trainiert nach Abschluss der schriftlichen Universitätsprüfungen wieder unter Profibedingungen in Leysin. Spirig muss zwar die letzten harten Trainings verkraften, ist aber aufgrund ihrer Klasse immer für ein Topresultat gut. Melanie Annaheim, die Dritte, Schweizerin, ist zur Zeit in guter Form und fähig in diesem Feld ein gutes Resultat zu erzielen. „Wir gehen mit einem starken Damenteam nach Holten, wo vieles möglich ist; das Ziel ist eine Medaille und Top 10-Rangierungen“, so Nationalcoach Iwan Schuwey.
Während Sven Riederer aufgrund von Vaterfreuden abwesend ist, wird Reto Hug als einziger Schweizer am Start stehen. Das Erreichen eines Topresultates wird vom Schwimmen abhängen und wie anschliessend Velo gefahren wird, das heisst, ob die Russen mit Brukhankov, Polyansky und Vasiliev sowie Alistair Brownlee (Gb) und Javier Gomez (Sp) wie zuletzt in der WM-Serie und im Weltcup an der Spitze das Tempo bestimmen können. Im Feld der 69 Männer sind Filip Ospaly (Tch), Frédéric Belaubre, Hauss, Tomly Moulai (Fr) im erweiterten Kreis.
Für den neuen Mixed-Team Wettkampf mit zwei Frauen und zwei Männern hatten die Schweizer den Schwerpunkt zurecht auf die WM gelegt und für Holten auf ein Team verzichtet. Nicht aussichtslos ist hier aber eine Medaille bei den Junioren. Die Männer erreichten immerhin Rang drei in Lissabon 2008. Im Einzelwettkampf kommen unter den 62 Junioren die Favoriten aus Frankreich, Russland und Grossbritannien. Jürg Bühler glänzte in Lissabon mit Rang vier, erzielte zuletzt gute Resultate im Junioren Europacup und darf somit zum erweiterten Favoritenkreis gerechnet werden. Weiter dabei sind Alexandre Dällenbach und Florin Salvisberg. Bei den Juniorinnen zeigte Céline Schärer an den Europacuprennen Top 10 Resultate, müsste sich aber im Laufe noch steigern um weiter nach vorne zu kommen. Doppelbürgerin Ruth Nivon Machoud startet neu für die Schweiz (bisher Mexiko), ist aber im Kreis der 56 Konkurrentinnen schwer einzuschätzen. „Für das Schweizer Mixed-Team ist eine Medaille ein realistische Ziel, im Einzelwettkampf hoffe ich ebenfalls auf eine Medaille sowie eine Top 10-Rangierung“, sagt Nachwuchs-Coach. (Reinhard Standke)
Zeitplan (MESZ)
Donnerstag, 02. Juli 2009
- 15.45 Uhr Mixed Team Relay Junioren (300 m Schwimmen, 10 km Radfahren, 2 km Laufen)
- 19.15 Uhr Mixed Team Relay Elite (300 m Schwimmen, 10 km Radfahren, 2 km Laufen)
Sonntag, 05. Juli 2009
- 08.15 Uhr Juniorinnen (750 m Schwimmen, 20 km Radfahren, 5 km Laufen)
- 09.45 Uhr Junioren (750 m Schwimmen, 20 km Radfahren, 5 km Laufen)
- 11:35 Uhr Elite Frauen (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen)
- 14:15 Uhr Elite Männer (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen)
Aufgebot
Elite
- Männer Hug Reto (Dielsdorf)
- Frauen Annaheim Melanie (Lostorf), Spirig Nicola (Dielsdorf), Ryf Daniela (Solothurn)
Junioren Salvisberg Florin (Hasle Rüegsau), Bühler Jürg Lutzenberg), Dällenbach Alexandre (Tenero)
Juniorinnen Schärer Céline (Steinhausen), Ruth Nivon Machoud (Fully)
Rückblick EM 2008, Lissabon (Por)
Elite Männer
1. Frederic Belaubre (Fr) 1:53:03
2. Tony Moulai (Fr) 0:20 zurück.
3. Olivier Marceau (Sz) 0:51.
4. Andreas Raelert (De) 0:52.
5. Stephane Poulat (Fr) 0:53.
6. Pavel Simko (Slk) 1:00.
7. Javier Gomez (Sp) 1:42.
9. Sven Riederer (Sz) 2:00.
10. Maik Petzold (De) 2:06
13. Reto Hug (Sz) 2:22.
26. Charles Rusterholz (Sz) 3:47.
Elite Frauen
1. Vanessa Fernandes (Por) 2:05:46
2. Nadia Cortassa 0:40 (It) zurück.
3. Lisa Norden (Sd) 0:59.
4. Nicola Spirig (Sz) 0:59.
5. Joelle Franzmann (De) 1:02.
6. Radka Vodickova (Tsch) 1:20.
7. Eva Dollinger (Ö) 1:25.
8. Daniela Ryf (Sz) 1:40.
15. Magali di Marco Messmer (Sz) 2:43.
31. Melanie Annaheim (Sz) 7:35.