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Nicola Spirig siegt an WM-Serie in Madrid

05.06.2010 von Reinhard Standke

Aus einer 3er Gruppe heraus gewinnt Europameisterin Nicola Spirig das dritte Rennen der WM-Serie in Madrid.

Nicola Spirig gewinnt nach London 2009 in Madrid zum zweiten Mal ein Rennen der WM-Serie.
photo by ITU/Delly Carr

Beim dritten Rennen in der WM-Serie 2010 stand heute bereits zum zweiten Mal eine Schweizerin zuoberst auf dem Podest. Nachdem Daniela Ryf beim letzten Rennen in Seoul der Sprung ganz nach vorne gelang, schaffte dies heute die Europameisterin Nicola Spirig in Madrid. Diesen Erfolg freute auch Nationalcoach Iwan Schuwey: "Nach drei Rennen zwei Schweizer Siegerinnen feiern zu können zeugt von einer aussergewöhnlich starken Leistung." Nach dem Sieg in London im Juli 2009 stand Nicola Spirig nun heute bereits zum zweiten Mal auf dem Podest an der WM-Serie ganz oben.

Das erste WM-Rennen in Europa fand heute unter schwierigen Bedingungen statt. Bei 33°Grad Lufttemperatur und sehr trockener Luft gelang es Spirig trotzdem, ein starkes Rennen zu zeigen. Mit einer Zeit von 2:06:01 Stunden siegte sie vor der Französin Emmie Charayon und der Britin Helen Jenkins. Den Grundstein für ihren Sieg lieferte die Schweizerin bereits beim Schwimmen: "Im Gegensatz zum Rennen in Seoul verlor ich heute beim Schwimmen nur wenig Zeit und konnte gleich von Beginn an in der Spitzengruppe auf dem Rad mitfahren", erklärte Spirig. In Seoul verlor sie viel Kraft, als sie ihren Rückstand des Schwimmens auf der Radstrecke aufholen musste. Kraft, die sie heute sparen konnte. Im Verlaufe der acht Radrunden gelang es der zweiten Gruppe, in der die drei anderen Schweizerinnen mitfuhren, die Spitzengruppe einzuholen. Das grosse Feld von 39 Fahrerinnen wurde für Magali Di Marco jedoch zum Verhängnis: In der sechsten Runde wurde sie in einen Sturz von drei Athletinnen verwickelt und musste das Rennen frühzeitig aufgeben, da ihr Velo nicht mehr fahrtüchtig war. Bis zu diesem Zeitpunkt zeigte Di Marco ein stabiles Rennen. Umso ärgerlicher war der Sturz, da Madrid zudem das letzte WM-Rennen in ihrer langjährigen Karriere war.

Die Kraft, die Spirig auf der Radstrecke einsparen konnte, brauchte die Europameisterin beim Laufen. Gleich zu Beginn der vier Laufrunden hatte sich eine Spitzengruppe mit sechs Athletinnen gebildet, in der von den Schweizerinnen einzig Nicola Spirig mitlaufen konnte. Spirig konnte einen sehr stabilen Lauf zeigen und bestimmte das Tempo der Spitzengruppe, bis am Ende nur noch Charayron und Jenkins mit ihr Schritt halten konnten. "Auf den ersten drei Laufrunden fühlte ich mich sehr gut. Die Letzte war sehr hart und ich musste beissen", erklärte Spirig nach ihrem Triumph. Dank einem starken Schlussspurt konnte sich Spirig auf den letzten 400 m auch von diesen beiden Konkurrentinnen noch ablösen und entschied das Rennen ungefährdet für sich. Mit diesem Sieg verbesserte sich Spirig vom zehnten auf den fünften Zwischenrang in der WM-Wertung. "Es ist ein unglaubliches Rennen gewesen, ich bin extrem glücklich", freute sich Spirig. "Ich habe Ende März das Jurastudium abgeschlossen, jetzt schon wieder ganz oben zu sein das ist phantastisch und wirklich ganz ganz schön". Am Sonntag, 6. Juni,  ist Nicola Spirig ab 18.15 Uhr Studiogast im Sportpanorama auf  SF2.

Im Gegensatz zu Spirig fühlte sich Daniela Ryf nach ihrem Triumph in Seoul heute nicht in Topform. Bereits vor dem Rennen sei es ihr nicht gut gegangen und auch während dem Wettkampf habe Ryf sich immer wieder überlegt, das Rennen aufzugeben, wie Iwan Schuwey erklärte. Ryf biss sich aber durch und erreichte schliesslich den 13. Schlussrang. Trotz eines schlechten Tages erreichte die Seoul-Siegerin ein Top 15-Resultat und arbeitete sich vom vierten auf den dritten Zwischenrang im WM-Klassement vor. Führende blieb die Chilenin Barbara Riveros Diaz.

Melanie Annaheim, die in Syndey aufgeben musste, konnte heute in Madrid mit einem 22. Schlussrang Selbstvertrauen für die nächsten Rennen gewinnen. Nachdem ihr die beiden ersten Disziplinen gut liefen, fehlte ihr im abschliessenden Laufen die Leichtigkeit. Das nächste Rennen der WM-Serie werden die Damen am 18. Juli in Hamburg austragen. (Sandra Christen)

Resultate

Madrid (Sp). ITU Triathlon WM-Serie Madrid (3/7).
1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen.
Frauen:
1. Nicola Spirig (Sz) 2:06:01.
2. Emmie Charayron (Fr) 0:05 Minuten zurück.
3. Helen Jenkins (Gb) 0:09.
4. Mariko Adachi (Jp) 0:33.
5. Sarah Haskins (USA) 0:48.
13. Daniela Ryf (Sz) 2:45.
22. Melanie Annaheim (Sz) 3:58.
Aufgegeben: Magali Di Marco (Sz): Sturz auf Radstrecke, dann Raddefekt.

Stand in der WM-Serie (3/7):
1. Barbara Riveros Diaz 2082 Punkte.
2. Mariko Adachi 1767.
3. Daniela Ryf 1543.
4. Sarah Haskins 1447.
5. Nicola Spirig 1433.
46. Melanie Annaheim 156.