Am Samstag gewann Nicola Spirig ihr zweites Rennen in der WM-Serie. Erst Ende März beendete sie ihr Jura-Studium erfolgreich.
Es ist 15.21 Uhr: Genau 2:06:01 Stunden nach dem Startschuss überquert Nicola Spirig in Madrid als erste Athletin die Ziellinie. Mit einem Lächeln im Gesicht reisst die Schweizerin das Siegerband in die Höhe: Den zweiten Sieg in der WM-Serie kann ihr niemand mehr nehmen. „Es war ein unglaubliches Rennen. Absolut genial, dass ich hier gewinnen konnte“, freut sich Spirig nach ihrem Triumph. Die Rennen WM-Serie seien immer sehr gut besetzt, die besten Athletinnen kommen an den Start. Deshalb sei es umso spezieller, ein solches gewinnen zu können, kommentiert Spirig ihren Erfolg.
Einen Erfolg, der nicht von ungefähr kommt. Erst im letzen März hat Spirig ihr Jura-Studium erfolgreich abgeschlossen. „Es erforderte von mir neben Kompromissen und einem guten Zeitmanagement sehr viel Disziplin, Effizienz und Durchhaltevermögen, um die Doppelbelastung Abschlussprüfungen / Spitzensport durchziehen zu können“, wie die frisch gebackene Juristen auf ihrer Website schreibt. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat. „Dass ich jetzt bereits wieder mit den Besten mithalten kann, freut mich. Es zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin“, analysiert Spirig nach ihrem Sieg in Madrid.
Ihr erstes Rennen in der WM-Serie gewann Spirig 2009 in London. „Der Sieg in London ist sehr wertvoll, vor allem im Hinblick auf Olympia 2012“, ist sich Spirig bewusst. „Olympia ist mein Ziel. Es tut gut, mit London bereits positive Gefühle verbinden zu können!“ Nebst diesen zwei Siegen in der WM-Serie stand Spirig auch in zwei Weltcup-Rennen bereits zuoberst auf dem Podest: In Kitzbühel (Ö) 2008 und in Eilat (Isr) 2007.
Einen weiteren bedeutenden Sieg feierte die 28-Jährige 2009 in Holten (Ho): Dort wurde sie Europameisterin. „Der EM-Titel hat für mich eine sehr grosse Bedeutung“, erklärt Spirig. Dort komme es bei einem Rennen auf alles an. In der WM-Serie müsse man jedoch über sieben Rennen zeigen, was man könne. Ihre Erfolge will die Schweizerin deshalb nicht gegenüber stellen: „Alle Erfolge sind schön, speziell und machen mich stolz“.
Nach dem Rennen in Madrid verbleiben der amtierenden Europameisterin jetzt noch vier Wochen bis zum nächsten wichtigen Einsatz: der Europameisterschaft 2010 in Athlone (Irl). Dort will Spirig ihre Titelverteidigung in Angriff nehmen. Bis dahin wird sie mit ihrer Trainingsgruppe um den Australischen Top-Trainer Brett Sutton in Leysin in der Waadt trainieren. Nächster Trainingswettkampf ist der Doppelsprint am Zytturm Triathlon in Zug am kommenden Samstag. (Sandra Christen)
Am Sonntag war Nicola Spirig Studiogast im Sportpanorama von SF. Unter diesem Link befindet sich das in mehrere Teile aufgeteilte Gespräch und Portrait: http://www.sport.sf.tv/Sendungen/sportpanorama