22. Uster Triathlon: Van Berkel und Hofer sind die Sieger

29.08.2010 von Sandra Christen

Jan van Berkel gewinnt im Sprint gegen Ronnie Schildknecht, Nicole Hofer läuft solo ins Ziel.

 
Nicole Hofer Photo by Reinhard Standke
 
Jan van Berkel Photo by Reinhard Standke

Nach den 1.5 km im 19.4°C warmen Greiffensee wechselte der spätere Sieger Jan van Berkel bereits als erster auf die Radstrecke. Ihm folgte der Berner Adrian Haller, der bereits einen deutlichen Rückstand aufwies. Zusammen mit Stefan Riesen stieg anschliessend der Ironman Zürich-Sieger Ronnie Schildknecht aus dem Wasser. Der Rückstand auf van Berkel betrug zu diesem Zeitpunkt über eine Minute. Auf der Radstrecke konnte Schildknecht van Berkel nach 25 km einholen. Keinem von beiden gelang es jedoch, sich vom anderen abzulösen, so dass die beiden zusammen in die zweite Wechselzone kamen. Van Berkel wechselte schneller, weil Schildknecht Mühe mit seinem Schuh hatte. „Ich habe meinen Schuh zu eng eingestellt, so dass ich beim Anziehen wertvolle Zeit auf van Berkel verlor“, erklärte Schildknecht sein Missgeschick. Diesen Rückstand konnte Schildknecht zwar gleich zu Beginn der Laufstrecke aufholen, verlor aber wichtige Kraftreserven. Bis ins Ziel liefen die beiden Athleten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. „Keinem von uns gelang es, sich vom anderen abzusetzen“, erklärte van Berkel im Ziel. Zusammen bogen sie auf die Zielgerade ein und boten den zahlreichen Zuschauern einen spannenden Zieleinlauf. Kurz vor dem Zielband konnte sich Vorjahressieger van Berkel vor Schildknecht positionieren und lief als erster über die Linie. „Ronnie hat mir heute alles abverlangt. Ich bin sehr zufrieden, habe ich mich heute gegen ihn durchsetzen können. Es ist erst der zweite Sprint in meiner Karriere, den ich gewinnen konnte“, freute sich der 24-jährige im Ziel. „Beim Rennen heute ist genau das Szenario eingetroffen, auf das ich mich eingestellt habe“, so der Sieger weiter: „Ronnie und ich sind komplett verschiedene Athletentypen. Ich wusste, dass ich im Schwimmen Zeit gut machen konnte, mich Ronnie als Langstreckenathlet auf dem Rad jedoch wird aufholen können. Ich bin es mir nicht gewohnt, in diesem Tempo so schnell ohne Windschatten 40 km Rad zu fahren, deshalb war die anschliessende Laufstrecke für mich sehr hart“. Im Vorjahr kam es für van Berkel zu keiner Sprintentscheidung: „Sieg ist aber Sieg, gewonnen ist gewonnen“, freute sich van Berkel über seine heutige Leistung. Auch Ronnie Schildknecht zeigte sich zufrieden: „Der heutige Wettkampf war mein erstes Rennen nach dem Ironman Zürich. Für mich war es eine Standortbestimmung im Hinblick auf mein nächstes grosses Ziel, den Ironman Hawaii. Das Rennen hat mir gezeigt, dass ich bereits wieder auf einem hohen Niveau mithalten kann“. Mit dem Sieg am Ironman Zürich hat er sein Hauptziel der Saison bereits hinter sich. „Am Ironman Hawaii will ich meine Bestform jedoch noch einmal abrufen können und unter die ersten drei laufen“, erklärte der ehrgeizige Thalwiler.

Bei den Frauen dominierte die Willisauerin Nicole Hofer das Rennen von Beginn weg, ihre Spitzenposition wurde ihr zu keinem Zeitpunkt streitig gemacht. „Für mich galt es heute, mein eigenes Rennen zu machen“, erklärte Hofer. „Ich wusste, dass ich auf meine stärkste Konkurrentin Karin Thürig beim Schwimmen Zeit herausholen kann“. Diese Zeit hat Hofer auf den zwei weiteren Disziplinen erfolgreich verteidigt. „Ich musste mich während zwei Stunden ständig selber pushen, um das Tempo möglichst hoch zu halten“. Hofer, die zur Zeit im Fernstudium Wirtschaft studiert, wird als Saisonabschluss zwei Halfironman in Amerika bestreiten, einen im Oktober und einen im November. Ähnlich wie für Schildknecht, bestritt auch die Siegerin des Ironman Zürich bei den Frauen, Karin Thürig, den Uster Triathlon als Standortbestimmung. „Nach Zürich war für mich eine gute Erholung wichtig, jetzt beginne ich mit den letzten Vorbereitungen für Hawaii“. In letzter Zeit habe sie viel in die Startdisziplin, das Schwimmen, investiert. „Diese Bemühungen haben sich gelohnt, ich bin mit meiner heutigen Leistung im Wasser zufrieden“, freute sich Thürig. „Für mich ist es wichtig, während solchen Wettkämpfen Erfahrungen im Wasser zu sammeln. Die Menge, das offene Gewässer oder auch die Orientierung sind Dinge, die ich im Training nicht optimal trainieren kann, deshalb sind diese Triathlons sehr wichtig für mich“. Nächstes Wochenende will Thürig genau zu diesem Zweck auch noch einen Wettkampf in Locarno bestreiten, bevor es dann am 6. Oktober in Hawaii Ernst gilt. „Mein Ziel für Hawaii ist es, dass ich nach dem Rennen von mir selber sagen kann, dass ich alles gegeben habe“, erklärte die ehemalige Profi-Radrennfahrerin.

Uster (Sz). Swiss Triathlon Circuit.
1.5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen.
Männer Overall:
1. Jan van Berkel (Winkel) 1:54:04,4.
2. Ronnie Schildknecht (Thalwil) 0:0,5 Minuten zurück.
3. Stefan Riesen (Rüschegg Heubach) 5:39.
4. Bruno Invernizzi (Quartino) 6:56.
5. Adrian Haller (Gwatt) 7:08.
6. Christian Wittensöldner (Zofingen) 8:41.
7. Eros Pola (Losone) 10:32.
8. David Bill (Bätterkinden) 11:07.

Frauen Overall:
1. Nicole Hofer (Willisau) 2:05:14,6.
2. Karin Thürig (Retschwil) 6:37 Minuten zurück.
3. Barbara Scherrer (Niederhelfenschwil) 10:22.
4. Simone Weber (Bern) 12:35.
5. Tanja Bühlmann Umbricht (Baar) 14:06.
6. Diane Lüthi (Regensberg) 14:23.
7. Corina Hengartner (St. Gallen) 14:27.
8. Monika Born (Graben) 17.59.
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