Winterzeit gleich Ferienzeit?

22.12.2006 von Raphael Hadorn

Was macht eigentlich der Schweizer Nationalcoach Iwan Schuwey in der wettkampffreien Zeit? Ferien?

Winterzeit gleich Ferienzeit! "Das denken leider viele", sagt Nationalcoach Iwan Schuwey, um anschliessend gleich klarzustellen, dass für ihn die neue Saison bereits mit dem letzten Zieleinlauf der vergangenen Saison begonnen hat. "Wir arbeiten das ganze Jahr hindurch auf einem recht hohen Level." Schuwey sagt absichtlich "Wir", denn alleine könnte er die anfallenden Arbeiten wohl kaum erledigen. Mit Dominik Pürro (Leiter Elitesportoffice) steht ihm ein wichtiger Mitarbeiter zu Seite. Doch was liegen ausserhalb einer Wettkampfsaison für Arbeiten an? "Besonders viel Zeit in Anspruch nimmt die Verbandsplanung von Swiss Olympic, welche bis Ende Oktober eingeleitet, bzw. vorbereitet werden musste. "Es geht dabei vorallem um die Auswertung der Saison, Auflistung der Resultate, Analysen, Potentialbeurteilungen sowie Trainings- und Wettkampfplanungen", erklärt der Nationalcoach. Parallel dazu finden regelmässig Elitesport-Meetings statt.

Auch müssen Verträge mit Partnern ausgearbeitet sowie Athletenverträge und finanzielle Richtlinien aufgesetzt werden und schliesslich sollte auch noch die Homepage jeweils auf dem neusten Stand sein. "Es sind viele kleine Details, die aber nicht vergessen werden dürfen, dazu gehört auch das Bestellen der Kleidung, der Autos, Fototermine, und, und, und...." Auch soll in nächster Zeit ein Athleten-Booklet erstellt werden, welches eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen für einen Athleten beinhaltet.

Jetzt gerade ist jedoch das Hauptaugenmerk auf die Trainingslagerplanung 2007 gerichtet. So finden zwei einwöchige Trainingslager bereits im Januar in Magglingen statt. Integriert in diesen Wochen sind jeweils auch die Medical Days, wo für sämtliche Athleten medizinische Updates durchgeführt werden. "Zudem zählt diese Woche für einige Athleten auch gleich als WK", ergänzt Schuwey. Auch das Trainingslager vom 3. bis 17. Februar auf Zypern musste organisiert werden. "Wir haben rund 25 Anmeldungen erhalten, davon sind etwa die Hälfte Nachwuchsathleten." Einige Topcracks ziehen es vor, sich individuell vorzubereiten, dies vor allem in Australien, wo natürlich gute Bedingungen herrschen. In "down under" wird deshalb im März eine Basis eingerichtet. "Einerseits weil einige Athleten sowieso schon dort sind, andererseits auch, weil in Mooloolaba (AUS) das erste Weltcuprennen auf dem Programm steht", erklärt Schuwey und weiter: "Da bis zum zweiten Weltcup in Ishigaki drei Wochen Pause ist, nutzen wir diese Basis als Überbrückung und reisen dann direkt nach Japan."

All diese Arbeiten seien sehr interessant, sagt Schuwey. "Aber ich bin dann auch froh, wenn am 25. März 2007 in Mooloolba der Startschuss zum ersten Weltcuprennen fälllt. Die Schweizer sind also schon heiss auf die neue Saison. Eine Saison, welche als Höhepunkt ganz sicher die WM in Hamburg beinhaltet. "In diesem Jahr fällt der Druck der Heim-WM weg", weiss Schuwey. Auch hier fällt noch Arbeit an. "Anfangs Januar müssen die Selektionsrichtlinien für die diversen Meisterschaften bekanntgegeben werden." Doch nicht nur die WM-Rennen sind wichtig. Von besonderer Bedeutung ist auch das Weltcuprennen in Peking, die Hauptprobe auf dem Olympiaparcours. Aber auch alle anderen Weltcuprennen, geht es doch darum sich Quotenplätze für Olympia zu erarbeiten. "Unser Ziel ist, dass wir Mitte August in Peking mit je drei Männern und Frauen am Start stehen werden", so Schuwey. Auch hier muss das Selektionkonzept bis Ende Jahr stehen. Auch haben der Nationalcoach, sein Staff und die Athleten erste Lehren aus der nicht gerade hervorragenden letzten Saison gezogen. "Wir müssen feststellen, dass das Leistungsniveau im Triathlon sehr hoch ist. Es macht deshalb nur Sinn einen Athlet an den Start zu schicken, wenn er zu 100% in Topform ist. Damit wir aber an der WM im eigenen Land möglichst viele Athleten an den Start schicken konnten, belegten im vergangenen Jahr auch Athleten Weltcuprennen, welche vielleicht nur zu 95% in Form waren, doch das reicht dann eben schon nicht mehr aus", erläutert Schuwey. Die Athleten sollen eher wenige Rennen bestreiten, dort dafür aber umso besser abschneiden. "Schliesslich jedch geht es darum, die ideale Wettkampfbelastung für jeden einzelnen Athleten zu finden." Neben der WM findet auch noch die EM in Kopenhagen statt. „Für einige Athleten ist diese auch wichtig, wie auch die U23-EM, welche insbesondere für die Highpotential-Athleten von grosser Bedeutung sein wird." Damit jeder Athlet die optimale Saisonplanung und Vorbereitung absolviert, werden in diesen Tagen zahlreiche Athletengespräche geführt. "Wer nimmt an welchen Trainingslagern teil, bestreitet welche internationalen und nationalen Rennen, setzt sich welche Ziele, etc." 

Immerhin gönnt sich Iwan Schuwey über Weihnachten zwei bis drei freie Tage, doch bereits vom 26. – 30 Dezember ist wieder Arbeiten angesagt... (Raphael Hadorn)

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