Mit Badmann, Matter, Hecht, Riesen und Schildknecht starten fünf Schweizer Profis an der Ironman WM vom Samstag.
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| Sibylle Matter beim Velotraining auf Hawaii |
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| photo: ZVG |
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| Natascha Badmann an einer Medienkonferenz vor der Abreise |
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| photo by Reinhard Standke |
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Insgesamt sind rund 60 Athletinnen und Athleten aus der Schweiz nach Kailua Kona gereist, um am 30. Geburtstag des legendären Ironman Triathlon dabei zu sein. Am 15. Februar 1978 ertönte um 07.00 Uhr der erste Startschuss und 15 Athleten absolvierten den Waikiki Roughwater Swim, das Around-Oahu Bike Race (um 2 km gekürzt um einen einfacheen Wechsel zu ermöglichen) sowie den Honolulu Marathon aneinandergehängt. In diesem Jahr sind rund 1800 Triathleten dabei.
Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gelten die Titelverteidiger Chrisse Wellington (Gb) und Chris McCormack (Aus) als Kronfavoriten. McCormack überzeugte beim Sieg am Ironman Germany alle, wer könnte ihn stoppen? Seine deutschen Vorgänger Normann Stadler (2006) und Faris Al Sultan (2005) vermochten nach ihrem Erfolg nur bedingt daran anzuknüpfen. Der Australier Craig Alexander lag im Vorjahr nur 3 Minuten hinter seinem Landsmann. Mit Eneko Llanos (Spanien), vor 12 Monaten Siebter und Maxilian Longrée (De) kommen zwei Geheimtipps aus Europa.
Auch bei den Frauen werden mit Nicole Leder, Nina Kraft, die nach zweijähriger Dopingsperre im letzten Jahr verzichtete, und Sandra Wallenhorst, die am Ironman Austria als Siegerin die Ironman Weltbestzeit aufstellte, Deutsche Namen ins Gespräch gebracht. Dann sind da noch Belinda Granger (Aus) die in China gewann, Yvonne von Vlerken (Ho), die in Roth noch schneller unterwegs war als Wallenhorst in Klagenfurt, und sowie Erika Csomor, die Siegerin in Zofingen, während Michellie Jones (Aus, Muskelbeschwerden) und Samantha Mc Glone (Kan, Achillessehne) passen müssen.
Natascha Badmann entschied sich erst acht Tage vor dem Abflug am 01. Oktober zu einem Start in Hawaii. Die sechsfache Siegerin hatte aufgrund der noch nicht vollständig wiederhergestellten Beweglichkeit, vor einem Jahr hatte die 41-Jährige beim Sturz an der Ironman WM schwerste Schulterverletzungen erlitten, zugewartet. Die Beweglichkeit der Arme und Schultern verbessert sich weiterhin täglich. Unklar ist aber auch für Badmann sowie Trainer und Lebenspartner Toni Hasler, wie lange vor allem die Muskulatur einer fast neunstündigen Belastung stand hält. "Vor einer Woche habe ich mir noch gesagt, es geht nicht", schilderte Badmann an einer Medienkonferenz am 26. September. "Ich habe aber die Chance, mich bis zum Wettkampf noch zu verbessern, weiss aber nicht ob ich die 3,8 km Schwimmen schaffe. Maximal schwamm Badmann in einem Wettkampf 2009 eine Distanz von 750 m. "Wir wissen, dass Natascha im Schwimmen und Velofahren schneller als in den Vorjahren ist, aber wir wissen nicht, wie lange sie dieses aufrechterhalten kann, ob nicht die Muskulatur zu macht", erläuterte Hasler. Bis zuletzt konnte Badmann nicht in der Aero-Position radfahren, weist aber eine bessere Wasserlage auf.
Ronnie Schildknecht und Stefan Riesen lagen nicht nur beim Ironman Switzerland auf den ersten beiden Plätzen rangmässig nahe zusammen, sie bereiteten sich auch gemeinsam im Triathlonmecca San Diego auf Hawaii vor. Riesen, der vor einem Jahr als 16. bester Schweizer war, wird seit dem Ironman Switzerland, den er hinter Schildknecht auf Rang zwei beendete von Huftschmerzen begleitet. Dennoch konnten die beiden Athleten die Trainingsumfänge wie geplant absolvieren und dürfen sich sich gut vorbereitet fühlen. Schildknecht, vor zwei Jahren 15. in Kailua Kona, geht mit zwei Langdistanzsiegen (Ironman 70.3 Rapperswil-Jona und Ironman Switzerland) in den diesjährigen Saisonhöhepunkt, und versucht, wie sein beide Konkurrenten, in die Fussstapfen von Christoph Mauch zu treten, der es 2001 als letzter Schweizer schaffte, ein Top 10 Resultat zu erzielen.
Mathias Hecht kann bis jetzt auf eine gute Saison zurückblicken – trotz seiner Aufgabe am Ironman Switzerland. Die Qualifikation für Hawaii holte er sich bereits Anfang April mit dem dritten Rang am Ironman Australia in Port Macquarie. Ebenfalls einen Podestplatz erreichte er eine Woche nach Zürich am Ironman USA in Lake Placid. Für Hawaii ist er zuversichtlich. „Ich fühle mich körperlich in Hochform", sagt er. „Zudem hat mich das Training mit meinem neuen Teamkollegen Normann Stadler einen Schritt vorwärts gebracht." Der 28-Jährige konnte in diesem Sommer erstmals seit langem wieder beschwerdefrei trainieren. Das sogenannte „Logensyndrom" in der Oberschenkelmuskulatur, das ihn zwei Jahre lang stark einschränkte und ihn vor einem Jahr in Hawaii in aussichtsreicher Position zur Aufgabe zwang, ist ausgeheilt. Einen Rang als Zielvorgabe will er allerdings nicht nennen. „Das ist in Hawaii ziemlich schwierig zu sagen", so Hecht. „Es muss wirklich alles stimmen, um hier erfolgreich zu sein. Ein kleiner Fehler, und man findet sich schnell weit hinten wieder." Sein Ziel sei es deshalb einfach, das Beste zu geben. „Natürlich hoffe ich, möglichst weit vorne zu landen." Als guter Schwimmer will er mit den Besten aus dem Wasser kommen, sich auf dem Rad in der ersten Gruppe festsetzen und dann abwarten. „Die Entscheidung werde ich beim Laufen suchen." Dort also, wo er im Jahr zuvor als Zwölfter aufgeben musste. Wenn es ihm gut läuft, kann von Mathias Hecht bei seiner dritten Teilnahme in Hawaii ein Rang unter den ersten fünfzehn erwartet werden.
Sibylle Matter litt nach ihrem Sieg beim Ironman Zürich lange an muskulären Problemen und konnte erst nach sechs Wochen beim Laufen wieder richtig belasten. In zwei Trainingscamps in Leukerbad/Gemmi und in St. Raphael trainierte sie nochmals die grossen Umfänge, die für Hawaii nötig sind. Leider erwischte sie Mitte September noch eine Erkältung die noch immer ein wenig Husten und geschwollene Schleimhäute hinterlässt. "Ich denke aber, dass mich dies am Wettkampftag nicht mehr stören wird", so Matter. "Da ich bereits das vierte Mal am Ironman Hawaii teilnehme, weiss ich, was auf mich zukommen kann und wie das hier so abläuft. Dadurch kann ich vieles gelassen nehmen", sagte Matter, die bei ihrem Hawaii-Debüt 2002 mit Rang 9 ihre bislang beste Klassierung erreichte. "Ich fühle mich fit und freue mich auf das Rennen. Mein Ziel ist es, die Top 15 zu erreichen, ein Top 10 Ergebnis wäre natürlich sensationell. Ich sehe auch eine Chance, dieses Jahr die schnellste Schweizerin zu sein". (Reinhard Standke/Monika Wüest)
Liste der Schweizer bzw. der in der Schweiz wohnenden Athleten (ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Mithilfe: BK Sportpromotion) 